20.06.10 - Gerolsteiner Radsportfestival

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Racing Ralf
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20.06.10 - Gerolsteiner Radsportfestival

  • Mi 23. Jun 2010, 19:42
  • Zitat
Gerolsteiner Radsportfestival 19./20.Juni 2010 - Deichpiloten in Gerolstein
Nachdem die letzte Woche mit Training gut verlaufen war, konnte ich am Freitag noch ein wenig auf dem Abschlussball meiner Tochter feiern. Am Samstag hieß es dann allerdings früh aufstehen, um viertel vor Neun Treffen bei Pedi, Sascha und Rene abholen und dann auf nach Gerolstein. Gut, dass wir so zeitig losgefahren sind, ein kleiner Stau, eine ordentliche Frühstückspause mit Pedis Brötchen und Kaffee, später noch Kaffee und Kuchen bei Eifel Pit, sind wir entspannt in Gerolstein auf der Expo Meile angekommen. Die Akkreditierung lief reibungslos und ohne Wartezeiten. Noch ein paar Fachsimpeleien mit den Ausstellern und dann endlich ins Hotel. Nach kurzem Ausruhen haben wir noch den ortsansässigen Italiener aufgesucht und die nötigen Kohlehydrate für morgen eingenommen, später dann im Hotel auch noch in flüssiger Form (alles alkfrei natürlich).
Wie wird das Wetter? Die Wettervorhersagen sahen nicht wirklich gut aus. Am nächsten Morgen, halb sechs der erste Blick aus dem Fenster, alles nass, aber kein Regen.
Frühstücken und Rad fertig machen, Startaufstellung ist ab Sieben Uhr, Start um Acht. Unser Hotel befand sich direkt an der Strecke, ein paar Meter vor der Zieleinfahrt.
Es lief alles wie am Schnürchen, um 7:30Uhr füllte sich der Startblock nur langsam. Ich war für Block „B“ eingeteilt, Pedi, Sascha und Rene starteten aus Block „C“ und Eifel Pit aus „D“. Das war etwas unglücklich, wir hätten ja wenigstens aus dem gleichen Block starten können.
Kalt war es, der Himmel sah beängstigend aus und der Sprecher ermahnte uns zur Vorsicht bei Regen und nasser Straße. Nur noch wenige Minuten bis zum Start, die Aufregung steigt, die Nervosität im Block wird spürbar stärker, noch schnell einen Riegel und es geht endlich los.
Die ersten Meter sind neutralisiert, davon bekommt man allerdings kaum etwas mit. Die ersten Anstiege ließen auch nicht lange auf sich warten. Das Feld zog sich gleich auseinander, Gruppen bildeten sich die aber auch nicht lange zusammen blieben, denn jetzt kam erstmal ein Anstieg nach dem nächsten. Sah das Höhenprofil doch so harmlos aus, so ist das für uns Deichpiloten doch schon anspruchsvoll, der Puls war von Anfang an immer im oberen Bereich, Zeit zum ausruhen gab es kaum, da man die Abfahrten nutzen wollte um an der Gruppe zu bleiben.
Landschaftlich hat die Eifel echt viel zu bieten, ich würde sie allerdings gern mal bei gutem Wetter kennenlernen, aber bis auf ein paar Tropfen kurz vor dem Ziel sind wir trocken geblieben, selbst die paar Tropfen die wir abbekamen sind kaum der Rede wert. Aber es war kalt! Ein Tag vor Sommeranfang mit gefütterten Arm- und Beinlingen immer noch gefroren, das geht gar nicht.
Nach ca. 36km teilten sich die Strecken, ich war für 107km angemeldet und bog ab, alle anderen (so groß war die Gruppe schon nicht mehr) fuhren gerade aus.
Toll! Keiner vor mir zu sehen, von hinten kam auch keiner, ganz allein auf der Strecke.
Das blieb auch lange so, dann kam die Verplegung, ich habe es geschafft während der Fahrt ein Gel zu ergattern, „die anderen sind nicht weit“, rief man mir zu, also nochmal wieder ein wenig mehr in die Pedale treten. Ein paar Fahrer habe ich dann auch noch eingeholt, kurze Zeit ist man zusammen gefahren, aber eigentlich nur bis zum nächsten Berg, dann ist jeder seinen eigenen Stiefel gefahren. Plötzlich hörte ich von hinten lauter werdendes Getöse, was ist jetzt denn los? „Da kommt ja ein ganzer Block!“ das ist gut, da kannst du mit. Toller Gedanke, hielt ca. 1,5 Berge dann haben die mich da stehen lassen. Also wieder allein weiter. Es kam noch eine weitere Verpflegungsstelle und noch ein paar schöne Abfahrten, die man immer mit einem Anstieg bezahlen musste. Schön sind die Abfahrten mit 10% Gefälle, wenn man weiß, es gibt keinen Gegenverkehr und man hat die ganze Straße für sich allein. Allerdings hab ich mich dann auch einmal verschätzt, knapp 10km vor Prüm ging es eine solche Abfahrt herunter, über mehrere Rechts- Linkskombinationen führte die Straßen in mit über 60 Sachen in den Ort rein. „OH, das wird eng!“ vor der Haarnadelkurve hätte man vielleicht auch warnen können, ging aber alles gut.
Jetzt war es nicht mehr weit bis ins Ziel, der letzte Anstieg und dann nur noch leichtes Gefälle bis ins Ziel. Das letzte Stück und über die Ziellinie waren wir plötzlich wieder zu fünft, so kam es dann wenigsten noch zum Zielsprint. Hat allerdings niemand gesehen, denn aufgrund von Bauarbeiten war die Zeitnahme etwas vom Stadtkern entfernt installiert worden.
Ich bin nun schon zum dritten Mal in Gerolstein gefahren, bis auf das Wetter hat es mir jedes Mal sehr gut gefallen. In 2010 muss ich sagen hat das Engagement des Veranstalters und der Sponsoren stark nachgelassen, auf dem Expogelände waren nur wenige Aussteller, dadurch waren auch die Besucherzahlen nicht sehr groß. Der Starterbeutel, besser gesagt die Startertüte hatte es auch nicht gerade in sich, nicht mal ein T-Shirt, nur Transponder mit zu kurzen Kabelbindern und eine Ausgabe der Tour von Mai. Der Start und das Ziel mussten aufgrund von Bauarbeiten aus dem Stadtzentrum verlegt werden, so war die Zieldurchfahrt von den Besuchern gar nicht wahrgenommen worden, das ist natürlich wenig motivierend für die Fahrer, auch nicht für die Zuschauer, wenn die Fahrer nur noch ausrollen. Die Strecke war super, es waren jede Menge Sicherheitsposten und Kontrollfahrer auf der Strecke. Ich denke, dass man hier bestimmt noch Potential hat da eine super Veranstaltung die auch Fahrer aus weiterer Entfernung anzieht draus zu machen.
Am besten war Pedi, die darf sich ab sofort Bergziege nennen, haben ihr sonst die Hügel doch immer zu Schaffen gemacht, hat sie jetzt jeden Anstieg mit Bravur gemeistert und die Eifel zu Flachland erklärt. Nicht weniger stark war auch Rene, der die ganze Zeit völlig selbstlos neben Pedi her gefahren ist und sie mit motivierenden Worten jeden Berg hochgeschoben hat.
Als Gewinner der Startplätze,(Rene hatte hier auf Helmuts Fahrradseiten die Plätze gewonnen und uns netter weise mitgenommen), wurden wir mit Radbrillen von SINNER ausgestattet, durch die selbsttönenden Gläser lässt sich die Brille auch bei schlechteren Lichtverhältnissen gut tragen, Hell- Dunkelpassagen werden gut gemeistert, die Brille lässt sich gut einstellen und bequem tragen. Ich trage die Brille jetzt bei jeder Tour oder Trainingsfahrt, meine weitaus teurere bleibt zuhause.
Auch beim Verlag „COVADONGA“ durften wir uns jeder ein Buch aussuchen um die Zeit bis zur Veranstaltung nicht zu lang werden zu lassen. Mit der Biografie von Tom Simpson „Put me back on my Bike“ kam auch keine lange Weile auf. Doping spielt in diesem Buch keine Rolle, hier geht es mehr um das Leben, den Radsport und um den Ehrgeiz von Tom Simpson in der damaligen Zeit.
Vielen Dank für eure Ausdauer beim Lesen,

hier noch der Link mit den Bildern:
http://www.pixum.de/slide/4984430

Gruß
Ralf
Zuletzt geändert von Racing Ralf am Mi 23. Jun 2010, 20:31, insgesamt 1-mal geändert.

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